Dienstag, 9. August 2016

Avatar Rendering Complexity: eine Einführung

Mit der Version 4.7.9 wurde ein Feature aus dem LL-Viewer auch in Firestorm implementiert: die Avatar Rendering Complexity (ARC), auch als JellyDolls bezeichnet. Dabei wird eine Zahl aus der Kleidung und den sonstigen Anhängen (Haare, Schuhe, usw.) eines Avatars berechnet, die angibt, wie viel die Darstellung den eigenen Viewer belastet oder besser gesagt, den lokalen Rechner Zeit kostet. In den Einstellungen kann nun jeder persönlich festlegen, ab welcher ARC der jeweilige Avatar nur noch als einfarbige Puppe ohne Anhänge (JellyDoll) angezeigt wird und somit Lag auf dem eigenen Rechner vermieden wird.

Das Feature ist also ein bisschen eine erzieherische Maßnahme von LL. Avatare, die sich mit haufenweise Zeug behängen werden bei anderen nicht mehr komplett angezeigt. Klasse ist, dass LL keine Einschränkung auf Serverseite getroffen hat, sondern jedem die Entscheidung selbst überlassen hat, bis zu welcher Detailstufe der eigene Viewer Avatare noch komplett anzeigen soll.

Beim Betreten einer Sim senden die Viewer den aktuell eingestellten Wert der maximalen ARC an den Sim-Server. Aus diesen gesammelten ARC-Werten kann der Server ermitteln, welche Avatare bei anderen nicht komplett angezeigt werden. Anschließend bekommen Avatare in regelmäßigen Abständen einen kleinen Hinweis, dass sie evtl. von niemandem oder nur einer gewissen Anzahl von anderen Viewern korrekt dargestellt werden.

Die Anzeige der ARC kann im Menü einschaltet werden:


Es wird dann die ARC und noch zwei weitere Werte über dem Kopf des Avatars angezeigt. Der Wert in der zweiten Zeile gibt an, wie weit der jeweilige Avatar vom Betrachter weg steht bzw. vom Viewer an 1., 2. usw. Stelle gerendert wird. "1 rank" ist dabei der zuerst gerenderte Avatar, danach "2 rank" usw. In der dritten Zeile wird angegeben, wie viele Quadradmeter die Oberflächen aller Attachments des Avatars zusammen in Summe ergeben. Beispiele:


Die Standard-Avatare haben einen ARC von < 20.000. Im dritten Beispiel ist eine uralte Textur-Kleidung angezogen, ca. 50.000 ARC machen hier allerdings allein die Haare aus. Im Beispiel ganz rechts sieht man eine aus vielen Prims zusammengesetzte Kleidung, die heutzutage wohl bei fast gar keinem mehr dargestellt werden würde.

Sobald man sich umgezogen hat und die eigene ARC signifikant geändert hat, erhält man rechts oben einen entsprechenden Hinweis:



Ebenfalls angezeigt wird die ARC in der Liste der Outfits rechts unten bei Komplexität:


Die Anzeige gilt allerdings nur für das Outfit, welches man gerade angezogen hat.

Standardwerte für ARC

Bei der Installation von Firestorm wird anhand des Grafikkarten-Modells ermittelt, welche Grafikeinstellungen am besten für SL geeignet sind. Entsprechend dieser ermittelten Grafikstufe wird ein ARC-Wert festgelegt welcher anschließend voreingestellt wird:

Grafikstufemax. ARC
Low
35.000
Low-Mid
100.000
Mid
200.000
Mid-High
250.000
High
300.000
Hight-Ultra
350.000
Ultra
350.000

Diese Voreinstellungen können über die Firestorm-Schnelleinstellungen unter "Max. Komplexität" je nach Bedarf geändert werden:



Profile

Eine weitere Möglichkeit bietet das kleine Bildschirmsymbol rechts oben, mit dem sich verschiedene Profile mit unterschiedlichen Einstellungen des maximalen ARC erstellen lassen. So z.B. könnte man ein Profil "Club" mit einem niedrigen ARC-Wert und ein Profil "Fotos" mit einem sehr hohen ARC-Wert anlegen. Durch Doppelklick auf den Profilnamen lässt sich dann schnell zwischen den verschiedenen Einstellungen umschalten.

Fazit

Insgesamt ist ARC ein wirklich nützliches Feature, ums selbst bestimmen zu können, ob "überladene" Avatare den eigenen Rechner in die Knie zwingen können oder nicht. Ein SLer fasste es in einer Support-Gruppe als Antwort auf Ignoranz des Features sehr gut zusammen:
das update ist zum gemeinwohl. denn immerhin gibt es viele von uns, die keinen high end PC haben und trotzdem eine nette grafik wollen. wenn dein wert nun so hoch ist, das die lahme inet leitung des anderen blockiert ist für ne minute und die graka heiß läuft bis die person abschmiert, dann ist das ganz schön ätzend. und da auch immer mehr creator nicht genau wissen was sie tun, nimmt es eben immer mehr zu das des so läuft. aus dem grund daumen hoch für das update, auch wenn es mir nicht hilft, so ist es nur sozial. und da auch sl eine soziale plattform ist, ist sozial was gutes *zwinker* (Lebenselexier Hoffnung)

Weitere Informationen zu ARC finden sich in der entsprechenden Mitteilung von LL und einen Blog-Eintrag zum Thema von Echt Virtuell.

SpaceNavigator funktioniert wieder

Mit der gerade veröffentlichten Firestorm Version 4.7.9 funktioniert nun auch der 3Dconnexion SpaceNavigator wieder unter Linux 64bit. Getestet habe ich das unter Linux Mint 18 Cinnamon. Sollte der SpaceNavigator wider Erwarten nicht funktionieren, so muss eventuell der aktuelle Benutzer noch der Gruppe "input" hinzugefügt werden: sudo adduser <username> input.

Nach dem Start von Firestorm sollte im Log dann ein Eintrag über die erfolgreiche Initialisierung auftauchen:

$ grep joystick .firestorm_x64/logs/Firestorm.log 
newview/llviewerjoystick.cpp(268) : 2016-08-09T07:16:01Z INFO: init: ndof: mDriverState=1; mNdofDev=0xea67820; libinit=1

Danach kann auch wieder auf die Joystick-Konfiguration innerhalb von Firestorm zugegriffen werden.


Mittwoch, 18. Mai 2016

Das älteste Prim auf privatem Land

Nur durch Zufall bin ich auf das vorgeblich älteste Prim auf privatem Land in Secondlife gestoßen. Es ist auf Sistiana zu bewundern und wurde angeblich von Morix Bulloch am 25. März 2004 dort platziert. Den Prims in Secondlife sieht man ihr Alter ja leider nicht an. Interessant, jedoch auch unspektakulär: ein einfacher schwarzer Zylinder:


(Die Oberfläche musste ich mitfotografieren, da erst dann der Hover-Text über dem Prim sichtbar bleibt.)

Mittwoch, 2. März 2016

Verschandelt

Wie kann man nur so ein wunderbar gestaltetes Stückchen Land mit ein paar in der Luft hängenden Vendoren verschandeln? Das hätte es nun wirklich nicht gebraucht. Die schöne Landschaft ist genug Magnet um Besucher anzulocken. Hinweise auf den Shop funktionieren auch viel dezenter, z.B. in einer Hütte auf dem Land. Aber so? NEIN! Wer den Landstrich dennoch besuchen möchte, reist nach Kartimar.


Bessere Fotos mit Firestorm

Jeder kennt das Problem: die Screenshots in Secondlife sind immer sehr dunkel. Bei vielen Monitoren oder Grafikkarten kann man den sogenannten Gamma-Wert einstellen, welcher eine Anpassung der Helligkeitswerte eines Bildes entsprechend dem menschlichen Empfinden bewirkt. Natürlich wirken sich die Einstellungen an Monitor oder Grafikkarte nicht auf den Screenshot aus. Es muss eine Lösung in Firestorm her.

In den Grafikeinstellungen von Firestorm (Menü "Avatar -> Einstellungen -> Grafik -> Hardware") ist bereits ein Regler für Gamma enthalten, jedoch ist dieser immer abgeblendet, sobald einfache Shader verwendet werden. Diese sollte man auch nicht abschalten.

Es gibt jedoch einen zweiten Weg: über die Atmosphäreneinstellungen. Diese erreicht man, wenn man oben am Bildschirmrand auf "Himmel" klickt oder über das Menü "Welt -> Umgebungs-Editor -> Himmel-Voreinstellungen -> Einstellungen bearbeiten". Es erscheint das hier rechts dargestellte Fenster. Im unteren Teil kann der Gamma-Wert angepasst werden.

Für mich hat sich ein Wert von 1.74 als optimal erwiesen. Die Bilder sind mit dieser Einstellung deutlich heller.

Anschließend muss man der eigenen Einstellung einen eindeutigen Namen geben (hier im Beispiel "MySettings") und die Einstellungen mit einem Klick auf "Speichern" sichern.

Ab jetzt kann man immer auf diese Einstellung zugreifen. Einfach "Himmel" am oberen Fensterrand anklicken und die eigene Einstellung (steht immer ganz oben) auswählen.

Nun kann es passieren, dass nach einem Teleport plötzlich andere Einstellungen geladen werden. Dann muss noch der Schalter "Umgebung automatisch auf Regions-/Parzelleneinstellungen setzen" unter "Avatar -> Einstellungen -> Firestorm -> Windlight" ausgeschaltet werden.

Hier ein Beispiel mit den Default-Einstellungen, also ohne Anpassung des Gamma-Wertes und ohne irgendwelche Windlight-Einstellungen:


Und hier der gleiche Screenshot nach der Anpassung des Gamma-Wertes:


Man erkennt deutlich den Unterschied.

Dienstag, 1. März 2016

Netherwood

Seit langem wieder einmal habe ich in die Liste der Editors Pick's geschaut und dabei gleich ein kleines Schmuckstück entdeckt: Netherwood. Die Landschaft entstand inspiriert vom Lake District. Aber schaut selbst:







Montag, 4. Januar 2016

Handel mit Lindendollar weitgehend sinnfrei

Seitdem Linden Labs den Handel mit Linden Dollar (L$) nicht mehr für autorisierte Wiederverkäufer erlaubt bzw. das "Authorized L$ Reseller Pilot Program" zum 1. August 2015 eingestellt hat, ist der Handel mit L$ weitgehend sinnfrei geworden. Nach meiner eigenen Analyse wird der Kurs des Linden Dollar durch Linden Labs künstlich dem realen Dollarkurs angepasst. Ein echter Markt ergibt sich dadurch nicht mehr. Die Grafik zeigt die Handelsspanne und die Kurse des L$ gegenüber dem US$ für die vergangenen eineinhalb Jahre. Für jeden Verkauf von L$ über die nun einzig zugelassene Linden Labs eigene Börse LindeX werden 3,5% des Verkaufsbetrages Gebühren berechnet. Für jeden Kauf von L$ sind 0,30 US$ fällig. Bei einer maximal zu erwartenden Marge von 1% ist das nur noch Augenwischerei.

Wozu LindeX immer noch die Möglichkeit bietet, L$ per Limitkauf oder -verkauf zu handeln ist mir schleierhaft. Ausländische Secondlife-Nutzer können heutzutage ausschließlich vom US$-Kurs gegenüber der eigenen Währung profitieren.

Die Daten zu obiger Auswertung basieren auf den von Linden Labs zur Verfügung gestellten Informationen.